Feministische Widerstände und Psychiatrie: Die Willenserklärung als Selbstermächtigungsinstrument – 🏠 Bochum

Wann:

Wo: Oval Office Bar (Saladin-Schmitt-Straße 2, 44789 Bochum)

Jennifer Jäckel, Mitarbeiterin im Projekt PsyWill, führt in Ansätze feministischer Psychiatriekritik und die Psychiatrische Willenserklärung ein.

Im Kontext feministischer Psychiatriekritik finden sich unterschiedliche Perspektiven. Eine beinhaltet eine grundlegende und weitreichende Kritik an der Psycho-Pathologisierung des Individuums. Diese Perspektive verweist auf die strukturellen Bedingungen von Verfassungen und Krisenerleben und fordert eine Politisierung der Kontexte von Krisenerleben.

Die psychiatrische Willenserklärung ist eine Patientenverfügung für die Psychiatrie. Mit ihrer Hilfe kann, unter bestimmten Voraussetzungen, eine Psychiatrisierung (eingeschränkt durch die auf Bundesländerebene verfassten „Psychisch-Kranken-Gesetze“) begrenzt, verhindert oder selbstbestimmter gestaltet werden.

Jennifer ist als Beraterin und Referentin zur Psychiatrischen Willenserklärung tätig und möchte, nach einer Einführung in feministische Psychiatriekritik und die PsyWill, gemeinsam mit den Anwesenden, die Frage diskutieren, inwiefern feministische Widerstände möglich sind bei gleichzeitiger Angewiesenheit auf ein System, das nur über Psycho-Pathologisierung Zugänge zu Unterstützungsleistungen bietet (siehe Anerkennung von Schwerbehinderung, Verordnungen von Unterstützungsleistungen, sozial-psychiatrische Dienste u. a.). Hierbei geht es um die Detailfrage, wie dieses Instrument genutzt werden kann, um Widerstände zu erzeugen und inwiefern es Unterwerfung oder Ermächtigung im psychiatrischen System fördert.

Wir freuen uns auf Intersektionale Perspektiven aus dem Publikum und insbesondere Perspektiven von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung. Eine Anmeldung ist nicht nötig.